Maria von Magdala 

Maria von Magdala, Aquarell, Magdalena Schotten
Maria von Magdala - MagdalenaKunst

von Magdalena Schotten 

 

Wer war Maria von Magdala? Maria (Mirjam) war eine  einflussreiche Frau aus Magdala, einer galiläischen Stadt am westlichen Ufer  des Sees Genezareth zwischen Kapernaum und Tiberias. Der Ort lebte vom  Fischfang, vom Handel und von den reichen Ernten der Ebene von Genezareth.  Magdala war gewissermaßen ein Wirtschaftszentrum. Magdala kommt von hebr.  “migdal” und bedeutet Turm.  

                               

  

Wenn wir auf die Fakten sehen wie in den Evangelien  berichtet, finden wir folgende Informationen. Maria von Magdala war eine  treue Jüngerin Jesu. Sie war eine Frau mit unabhängigen Mitteln. Sie war eine  von den zum engsten Kreis Jesu zählenden Begleitern und Unterstützerinnen und  ohne Zweifel eine der Eifrigsten von Christi Nachfolgern und Mitarbeitern.  Sie brachte sich und ihre Mittel ein, um Jesus bei seiner  Evangeliumsverkündigung zu unterstützen. Sie folgte Jesus während seiner  öffentlichen Auftritte auch nach Jerusalem.


  

Maria von Magdala war lange Zeit  die am meisten vernachlässigte und kaum verstandene biblische Frauenfigur. Im  Gegensatz zur weit verbreiteten populären Meinung gibt es keinen biblischen  Beweis, dass Maria von Magdala eine Prostituierte  oder eine öffentliche Sünderin war. Dass Maria von Magdala mit der Sünderin von Lukas 7, 36-50  identisch ist, wie gelegentlich behauptet wurde, deutet Lukas nicht im Geringsten an. Alle vier  Evangelien erbringen statt dessen reichlich Beweis dafür, dass sie eine starke weibliche Leitfigur im  nahen Umfeld Jesu und eine Hauptzeugin für die wichtigsten zentralen Ereignisse in Bezug auf den  christlichen Glauben war.

 

   

Maria Magdalena glaubte Jesus, folgte ihm  bis zur Kreuzigung, erlebte seine Grablegung, folgte Josef von Arimathäa um zu sehen, wo Jesus Leichnam  hingelegt wurde, kümmerte sich um den Leichnam, wurde die erste Zeugin des Auferstandenen  und überbrachte die Botschaft von der Auferstehung den Aposteln.Vermutlich gehörte sie auch zu den  in Apg. 1, 14 erwähnten Frauen. Sie hatte ein unglaublich dramatisches und reiches Leben!

 

In Lukas 8, 1-3 wird berichtet: “Und es  begab sich danach, daß er durch Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium  vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, dazu einige Frauen, die er gesund gemacht  hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben böse  Geister ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und  Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.”

 

Jesus begann, nachdem er einige Zeit  ortsgebunden gewirkt hatte, im Land umherzuziehen, um die frohe Botschaft vom Reich Gottes zu  verkündigen. Er wies also auf das kommende Reich Gottes hin. Die zwölf Jünger sind seine Mitarbeiter bei  der Verkündigung geworden.  

    

Überraschend ist die Erwähnung von  Jüngerinnen (Frauen in Jesu Nachfolge und Jüngerschaft). Es ist bekannt, dass manche der jüdischen  Frauen eine große Gelehrsamkeit besaßen. Jesus hatte diese aufsehenserregenden Heilungen an Ihnen  bewirkt und sie dadurch für den Glauben gewonnen. Eine dieser gläubigen Frauen, die Jesus und die  Jünger begleiteten und sich um ihren Lebensunterhalt kümmerten, da Jesus und die Jünger zu der Zeit  keinerlei feste Einkünfte hatten, war Maria von Magdala neben Johanna und Susanna. Das Wort für  “dienten” (Lukas 8, 3) ist (griechisch: diakonein). Es handelt sich also um Arbeit und  Geldzuwendungen. Das Wort “ihnen” im gleichen Vers deutet auf Jesus und die zwölf Jünger hin.

 

Durfte eine jüdische Frau damals schon so  frei über ihre Arbeitskraft und ihr Vermögen verfügen? Die Antwort dafür liegt im Alten Testament  begründet. Schon in alttestamentlicher Zeit sind Abigail (1. Sam. 25, 18 ff) und die Frau von  Schunem (2. Kön. 4, 8 ff) Beispiele dafür. Indem diese galiläischen Frauen die Tradition von Abigail und  von der Schunemiterin aufnehmen, zeigen sie durch ihr Handeln, dass sie Jesus für den Propheten  und Davidssohn, also den Messias, halten!  

    

Maria hatte eine besondere Heilung  erfahren. Jesus hatte sie von sieben bösen Geistern befreit, die sie gequält, gepeinigt und gefangengenommen  hatten. Maria empfand eine große Dankbarkeit in ihrem Herzen für Jesu Heilung. Seine große  Liebe und sein Erbarmen veränderten ihr ganzes Leben und ließen Maria zu einer gläubigen,  gebenden Nachfolgerin werden. Durch das, was Maria in ihrer Vergangenheit durchgemacht hatte, war sie  möglicherweise mutiger und furchtloser geworden als die Männer. Sie sah bei der Kreuzigung zu,  während die zwölf Jünger geflohen waren (Matth. 26, 56 und Markus 14, 50).

 

Was kann man zu Lukas 8, 1-3  zusammenfassend sagen? Jesus hatte auch weibliche Jünger wie Maria von Magdala. Das stand in keinem  Widerspruch zum Alten Testament, war jedoch neu in jener Zeit unter jüdischen Lehrern (Rabbinen).  Die Frauen lernten von Jesus, trachteten danach zu verstehen, bekannten sich zu ihm und verkündeten  anderen davon. Diese Jüngerinnen stammten teilweise aus reichen und vornehmen Kreisen. Hier wird  uns Auskunft über eine wichtige Geldquelle Jesus gegeben. Die Frauen waren eine wesentliche Hilfe und  leisteten finanzielle Unterstützung.

 

Jesus, Gottes Sohn, begibt sich bewußt in  Armut und Abhängigkeit, in der er von den Zuwendungen anderer lebt (vgl. Joh. 13, 29). Diese  Abhängigkeit ist Teil der Selbstentäußerung, von der Phil. 2, 7 spricht.

 

Die Frau wird zweifellos gegenüber der  damaligen jüdischen Sitte aufgewertet. Sie wird Jüngerin und Diakonin. Sie hat hier allerdings noch  keinen Verkündigungsauftrag wie z.B. später Maria Magdalena in Joh. 20, 17-18 oder die unterweisende,  den Weg Gottes auslegende Priszilla von Apg. 18, 26.

 

Markus 15, 40-41

  

40 Und es waren auch Frauen da, die von  ferne zuschauten, unter ihnen Maria von Magdala und Maria, die Mutter Jakobus’ des Kleinen  und des Joses, und Salome,

  

41 die ihm nachgefolgt waren, als er in  Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem  gegangen waren.

    

Matth. 27, 55-56, 61

  

55 Und es waren viele Frauen da, die von  ferne zusahen; die waren Jesus aus Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient;

  

56 unter ihnen war Maria von Magdala und  Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.   

  

61 Es waren aber dort Maria von Magdala und  die andere Maria; die saßen dem Grab gegenüber.

 

Matthäus bestätigt, dass die Frauen Jesus  schon seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren. Sie waren mit Jesus aus Galiläa gekommen und  hatten dort sozusagen alles stehen und liegen und hinter sich gelassen (Markus 10, 29-30).

    

Frauen galten in der damaligen Zeit nicht  als vollwertige Zeugen. Dass Matthäus Frauen aufführt, zeigt die Wertschätzung der Frau in der  neutestamentlichen Gemeinde. Matthäus nennt drei mit Namen, und vielleicht hat diese Zahl im Blick auf  das Zeugenrecht in 5. Mose 19,15 Bedeutung.


Der Mut, der Glaube und die Treue dieser  Frauen steht im krassen Gegensatz zum Verhalten der Jünger, die hier nicht einmal erwähnt  werden. Die zuschauenden Frauen übertrafen auf jeden Fall die Jünger an Eifer und Hingabe. Die Evangelien  zeigen unumwunden, wie tief die Jünger fielen, indem sie Jesus in seinen schwersten Stunden  verlassen haben und wie beängstigend sich die Weissagung Jesu von ihrem Anstoßnehmen erfüllte (vgl.  Matth. 26,31). Das Neue Testament überrascht mit der Aus-

 

Fortsetzung folgt  

 

 

  

 

 

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