Freiheit oder Knechtschaft

von Hans Erwin Schotten

 

Wofür stehen sie? Johannes 8, 34 –47: „Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei. Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Kinder seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet bei euch keinen Raum. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ihr hört darum nicht, weil ihr nicht von Gott seid.“

 

Jesus diskutiert nicht über den Begriff Freiheit. Er stellt einfach fest: Wer Sünde tut, der ist der Knecht der Sünde. Da gibt es keine Diskussion für ihn. Für Sünder gibt es eben keine Freiheit. Welch grelles Licht wirft das auf die immer wiederkehrende politische Debatte über Freiheit. Wir Menschen geben uns oftmals mit ein paar Randbedingungen der Freiheit zufrieden und merken nicht, dass unser Aufbegehren gegen Gott uns schon längst unsere wahre Freiheit geraubt hat und das von Anfang der Menschheitsgeschichte an. Viele leben lieber in der Knechtschaft, weil sie die umfassende Freiheit nicht wollen.
Bei Jesus schließt das „Tun“ gleichzeitig das Denken, Reden und Handeln mit ein. Alles, was wir tun, kommt aus einer inneren Quelle und von wem die gespeist wird, der bestimmt unser „Tun“. Wer aus der falschen Quelle gespeist wird, ist kein Kind Gottes und kann nicht in das Reich Gottes kommen. Jesus ruft die Menschen immer wieder direkt oder indirekt zur Umkehr auf. Verlasst die falschen Wege und kommt zurück zu Gott, das ist sein immer wiederkehrender Appell. Nur wer Gott vertraut und ihm gehorcht, hat ein Anrecht darauf im Haus zu bleiben. Alle anderen müssen irgendwann gehen.
Der in Vers 36 erwähnte Sohn ist natürlich Jesus. Er allein kann diese Knechtschaft durchbrechen, er allein kann die Gefangenschaft im Machtbereich der Finsternis beenden und das dadurch, dass er stellvertretend für jeden Menschen die Schuld, die auf unser aller Schultern liegt, trägt. Er will uns in seine Nachfolge berufen und durch den Heiligen Geist erneuern. Wenn man von einem Hohelied des Neuen Testaments reden kann, dann ist es dies. Nur die, die von Jesus aus der Knechtschaft freigekauft wurden, erfahren Freiheit.

Wir müssen Jesus vertrauen, dass er uns freigekauft hat, nur wer kann in einer Gesellschaft, die betrügt und lügt, die beständig Vertrauensbruch begeht noch vertrauen? Wir sind alle schon so misstrauisch, weil wir schon so viele schlechte Erfahrungen gemacht haben, da fällt Vertrauen schwer. Wie viele Ehepartner sagen vertrau mir und dann verhalten sie sich vertrauensunwürdig. Wenn wir Gott vertrauen, sind wir seine Kinder und keine Sklaven mehr, wir sind aus der Gefangenschaft befreit worden. Nur so sind wir in Wahrheit frei und gehören dann zur Familie Gottes. Das ist die einzig wahre Freiheitsbewegung in der Geschichte der Menschheit. Alle anderen haben nicht wirklich Freiheit gebracht und werden es auch nicht in Zukunft.
Die Landsleute von Jesus meinten, weil sie Abrahams Nachkommen sind auch automatisch Gottes Kinder zu sein. Jesus sagt ihnen deutlich, dass die biologische Herkunft nicht gleichzeitig eine geistliche Kindschaft nach sich zieht. Wer das Wort Gottes nicht hören will, steht auch nicht in einer Kindschaftsbeziehung zu ihm. Wir in der heutigen Gesellschaft nehmen ja auch alles mögliche auf. Stundenlang können wir vor dem Fernseher sitzen und uns mit irgendwelchen Worten berieseln lassen, aber wenn es um die Worte Jesu geht, dann verschließen viele die Ohren. Das soll nicht in ihren Kopf. Jedoch gerade seine Worte müssten reingelassen werden, weil sie göttliche Worte sind. Wer sie also nicht aufnehmen will, hat konsequenterweise einen anderen Vater.
Im geistlichen Sinn und auf den kommt es hier an, sind alle, die Jesus ablehnen und ihm das Vertrauen verweigern, keine echten Abrahamskinder. Der hatte nämlich Gott vertraut. Jesu Landsleute und heute der Großteil der Menschheit haben einen anderen Vater zum Gott und Jesus wird noch konkreter in den nächsten Versen.

In den Versen 42 – 47 wird Jesus deutlicher. Erstens, wer Gott liebt, liebt auch ihn. Die beiden sind nicht voneinander zu trennen. Liebe ist hier als Vertrauen und Gehorsam gemeint. Gotteskindschaft wird hier gleichgesetzt mit geistlicher Gemeinschaft. Jesu Rede aber stößt unverständlicherweise Menschen ab, sie ist für viele eine Zumutung, besonders auch für Intellektuelle, für Menschen die selber lieber Gott spielen. Viele können Jesu Worte nicht ertragen, weil sie Vertrauen und Gehorsam einfordern aber Jesus macht deutlich: wer nicht glaubt, versteht auch nicht.
Aus dem Teufel sein bedeutet eben eine geistliche Verwandtschaft, die der Gotteskindschaft entgegensteht. Der Widersacher Gottes lenkt Menschen ab und bestimmt ihr Verhalten. Er hat sein eigenes Reich der Finsternis und er will nicht, dass Menschen Gott vertrauen.
Jesus fordert hier sehr stark zur Umkehr auf und wenn der Mensch will, dann kann er sich durch Jesus befreien lassen. Er ist willig, jeden Menschen aus dem Reich der Finsternis zu befreien aber der Mensch muss von sich aus wollen. Gezwungen wird keiner.
Hier ist auch die einzige Stelle, wo Jesus sich länger zu seinem Widersacher äußert. Demnach sind Wahrheit, Gnade und Liebe nur bei Gott und Jesus zu finden. Haß und Lüge bei seinem Widersacher. Gott möchte den Menschen ewiges Leben schenken, der Widersacher möchte es ihnen unbedingt nehmen. Er will keinen Menschen freiwillig aus seinem Reich der Finsternis herauslassen und unternimmt alles, um ihn in der Gefangenschaft zu halten.

Die Wahrheit, von der Jesus hier spricht, ist die, die dem Willen Gottes entspricht aber der Widersacher lehnt sich dagegen auf. Er will Gott-los sein und nutzt die Wahrheit nur zu seinen eigenen Zwecken. Lüge und Haß gehören zu seinen Wesenszügen. Er will sich selbst gegen alles Göttliche durchsetzen und präsentiert eine ganze Reihe von anderen Göttern zum Anbeten. Er hat die Lüge in die Welt gebracht. Er verdreht die Wahrheit, missbraucht sie, schafft aber nichts Neues. Wer sich seinen Verdrehungen öffnet, wird der Wahrheit sein Vertrauen nicht schenken und kann oftmals die Worte Jesu nicht ertragen. Wenn lügnerische Messiasse wie Adolf Hitler kommen, dann wird ihnen geglaubt und die Folgen sind katastrophal.
Die Gegner Jesu sind nicht aus Gott, sondern aus dem Widersacher.

 

 

 

 

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