Der Sämann        

von Hans-Erwin Schotten

 

Matthäus13, 1 – 9 u. 18 – 23: „An dem selben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. Und es versammelten sich eine große Menge bei ihm, so daß er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen.Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel undfraßen`s auf. Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es. Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten`s. Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!
So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann: Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht,so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf dem Weg gesät ist. Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freunden aufnimmt; aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab. Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.
 

 

Jesus schildert die Situation klar und eindeutig und soweit es um die landwirtschaftliche Seite geht auch für jeden seiner Zuhörer einleuchtend.
Der Sämann hatte oft einen Beutel mit Samen um die Schulter hängend und verteilte diesen mit der Hand. Dabei fiel natürlich einiges daneben auf den Weg, einiges auf den Boden, der Steine und kleine Felsbrocken bedeckte, die der Sämann nicht sehen konnte. Dass er auch unter die Dornen säte war für ihn nicht so schlimm, denn nach dem Säen wollte er den Samen ja unterpflügen und hätte auch so die Dornen mit untergepflügt aber der gute Boden lohnt alle Mühe und so säte er drauflos, musste sich allerdings beeilen, da die Vögel schon anfingen seine Saatkörner zu picken.
Als Jesus seinen Jüngern das Gleichnis erklärt, wird die Realität, von der er ausgeht, klar. Das Wort Gottes = Same ist überall gleich. Es gibt keinen Qualitätsunterschied, der liegt im Kopf der Zuhörer. Liegt es da an der mangelnden Intelligenz? Oder vielleicht begreift jemand nicht, weil er/​sie kein religiöser Mensch ist. Ist es die Sprache, die Schwierigkeiten verursacht? Nein, alle Ausreden oder Argumente sind nicht der Grund. Es ist im Grunde ganz einfach. Wer von diesen Reden Jesu nichts hören will, blockiert seinen Verstand, läßt das Gehörte nicht hinein und will Jesus nicht nachfolgen. Bloß nicht darüber nachdenken, es könnte Folgen haben. Da hat der Satan natürlich ein leichtes Spiel. Er ist so schnell wie die Vögel und so wie die Vögel sich nicht darum kümmern, ob es ihr Eigentum ist oder nicht, so greift Satan einfach zu, obwohl es ihm nicht zusteht. Er kann es absolut nicht leiden,wenn jemand sich an Gott, dem Schöpfer und Erhalter des Universums, wendet und Gott vertraut. Der Mensch soll Satan und seinen Vorstellungen glauben, nicht Gott und dessen Sohn. So ist es ihm lieb, wenn das Herz des Menschen hart wie ein Felsen ist oder eingebettet in soviel andere Gedanken, dass das Wort Gottes nicht hineinkommt. Er hilft dann auch gerne mit Ablenkung, Trägheit im Denken und Zweifel nach. Da hat er in seinem Arsenal eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Halten wir fest. Dieser ersten Gruppe fehlt jegliche positive Reaktion auf Grund der Verführung durch Satan.
Wie ergeht es der zweiten Gruppe? Auch hier hat der Widersacher Gottes einen Pfeil im Köcher.
 

 

Bei diesen Menschen geschieht etwas Aufsehen erregendes. Sie sind voller Begeisterung, scheinen sich für die richtige Seite entschieden zu haben. Man könnte meinen, sie hätten sich bekehrt, abgewendet von den üblen satanischen Wegen hin zu Gottes Weg. Aber nach kurzer Zeit stellt sich heraus: sie sind Menschen des Augenblicks. Der Glaube war nur oberflächlich, die Nachfolge nicht wirklich ernst gemeint. Sie wollen mit dabei sein, so lange das Wetter schön ist und die Sonne scheint aber wenn die Gewitterwolken sich zusammenbrauen, dann sind sie verschwunden, dann wollen sie nichts mehr mit Jesus zu tun haben. Sie haben Glauben mit Begeisterung verwechselt und die Begeisterung ist nun mal keine tief verwurzelte Angelegenheit. Sie ist oberflächlich und geht. Sie geben sich auch nicht die Mühe, sich täglich in Gottes Wort zu vertiefen und eigentlich suchen sie nur den sozialen Kontakt zu anderen Menschen, die ihre Auffassungen teilen aber die Nähe zu Jesus bauen sie nicht auf. Sie hängen ihre geistliche Fahne nach dem jeweils herrschenden Wind, wollen für sich vieles herausholen aber die Konsequenzen meiden. Halten wir fest: Begeisterung ist gut aber reicht nicht aus. Der dauerhafte undgeduldige Glaube ist gefordert. Dieser Gruppe fehlt die Ausdauer und da kann Satan hinterhaken.
Was macht die dritte Gruppe falsch? Es sind die „Sowohl als auch Menschen“. Sie wollen alles haben. Man kann ja nie wissen. Es ist schon besser, sich rückzuversichern. Sie wollen den vollen Anteil an der Welt und den vollen Anteil an Jesus.Dieser Spagat muss über kurz oder lang misslingen. Da geht ihnen irgendwann die Luft aus und das Wort erstickt. Wenn Jesus nur einTeil des Lebens bekommt dann hat der Satan genügend Gelegenheit, diesen Teil verkümmern zu lassen. Da gibt es die Armen, die sich täglich um ihren Lebensunterhalt sorgen müssen und sehr viele Gedanken darauf verwenden, so dass ihnen keine Zeit bleibt, über Gott und sein Wort nachzudenken. Da gibt es die Reichen, die ihren Besitz zusammenhalten müssen, die sich täglich um ihre Aktien und ihr Eigentum kümmern müssen und dann fehlt schnell die Zeit für Jesus und die Nachfolge. Reichtum und Sorge der Welt sind äußerst starke Gegenkräfte und gute Mitspieler Satans, die dieser gerne nutzt, um das Vertrauen in Gott zu zerstören. Es ist für ihn ein leichtes, den Materialismus als Ersatzgott ins Spiel zu bringen. Was fehlt dieser dritten Gruppe? Wer immer auch von der Wahrheit Gottes überzeugt ist, es genügt nicht. Gefordert wird eine rigerose Nachfolge ohne wenn und aber und diese Gruppe entspricht nicht diesen Anforderungen.

 

Bei diesen drei Gruppen gibt es eine aufsteigende Linie. Bei der ersten Gruppe hat das Wort Gottes überhaupt keine Chance. Sie sind die Jetztmenschen, sie sind ihre eigenen Götter und nichts anderes ist von Bedeutung. Bei der zweiten Gruppe gibt es einen kurzen Flash im Kopf aber der erste Gedanke wird nicht vertieft. Er hängt als oberflächlicher Gedanke herum und wird durch den Wind der Welt hinweggefegt. Die dritte Gruppe ist etwas hartnäckiger für Satan zu knacken. Sie scheinen es ernster zu meinen und zeigen mehr Einsatz aber die weltlichen Dinge gewinnen dann doch die Oberhand und würgen die anfänglich gute Frucht ab.
Wie also wird man ein guter Boden? Erst einmal muss man wirklich ernsthaft auf Gottes Wort hören. Das ist nicht irgendein Wort, es ist von Gott, dem Schöpfer des Universums und des Menschen. Da findet der Mensch die Anweisung für seine Lebensführung und die Erklärungen für die ihn plagenden Probleme. Das Hören ist allerdings nicht ausreichend. Er muss das Wort annehmen und in seinem Leben umsetzen. Als dritten und sehr wichtigen Punkt: Die ernsthafte Nachfolge Jesu und das bedeutet die Lebensübergabe an ihn. Das eigene Ich hat nicht mehr die große Bedeutung. Was man lebt, lebt man für Jesus.
Jesus macht in diesem Gleichnis deutlich, dass er auf die richtige Frucht beharrt. Da weicht er kein i-Tüpfelchen von ab. Er wendet sich damit gegen die verhärteten, oberflächlichen Menschen, die nicht nachdenken wollen und sich mehr von ihren Lüsten und Leidenschaften regieren lassen als ihren Verstand zu gebrauchen und er wendet sich gegen die Zuhörer, die ihn nur in ihr Weltsystem integrieren wollen. Jesus haben wollen wie Villa und Sportwagen, dies ist nicht im Sinne von Jesus. Jesus will durch dieses Gleichnis aufrütteln: Leute gebraucht euren Kopf, eure Zukunft hängt davon ab.
 

 

 

 

Bookmarks

BloggerFacebook ShareGoogle BookmarksMyspaceStumbleUponTumblrTwitter